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Digitalisierung und Umweltschutz kombinieren

zeitsprung-Blog
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Dennys Bäz
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7.9.2020

In den heutigen Zeiten ist Umweltschutz immer wieder Trend und Thema. Wir betrachten, welche Chancen die Versicherungsbranche nutzen könnte, um Digitalisierungsprojekte und Umweltschutzvorhaben gewinnbringend zu kombinieren.

Produktverantwortlicher Softwareentwickler für die BiPRO-Cloud Dienste bei zeitsprung

Digitalisierung ist so eine Sache. Alle sprechen davon, aber nicht selten haben Einzelne eigentlich keine konkrete Vorstellung davon, welche Querverbindungen resultieren könnten und wie man sich und seine Umgebung damit in verschiedene Richtungen zugleich optimiert.

Wenn zur Digitalisierung noch das Thema Umweltschutz dazu kommt, kann das bei manchem für zusätzliche Fragezeichen sorgen und häufig ist man gewillt die Themen eher separat zu betrachten. Dabei ist die Kombination viel stärker im Leben integriert, als man denken mag. Einiges ist bereits so tief mit dem Alltag verwoben, dass man es nicht mehr bemerkt.

Denn Umweltschutz zeigt sich nicht nur bei erneuerbarer Energie, Strom und Wassersparen oder der Reduktion von CO2 durch verschiedenste Maßnahmen. Durch nachfolgende Betrachtungen möchten wir uns auf drei Praxisbeispiele, die jeder in unserer gemeinsamen Branche kennt, beziehen und die Chance der Kombination von Digitalisierungsprojekten und Umweltschutzvorhaben aufzeigen.

E-Mails nicht ausdrucken

In heutiger Zeit lesen wir immer häufiger in den E-Mail-Signaturen von Unternehmen die Bitte, diese E-Mail nicht unnötig auszudrucken, um damit aktiv Papier zu sparen.

Wenn man beginnt bewusst darauf zu achten, wird einem das plötzlich überall auffallen. Viele Prozesse laufen mittlerweile rein digital ab oder werden zumindest zum Großteil über E-Mails abgewickelt. Rechnungen, Auftragsbestätigungen, Änderungsmitteilungen, Rückfragen – für Vieles ist es eigentlich nicht mehr notwendig, das über den Papierweg zu erledigen. In Baden-Württemberg lässt sich sogar die Anmeldung eines Unternehmens zum Großteil digital durchführen.

Laut Statista wurden in Deutschland vorletztes Jahr ca. 848 Milliarden E-Mails verschickt, eine aktuellere Auswertung spricht von weltweit täglichen E-Mails in Höhe von 306 Milliarden. Wenn man sich überlegt, dass auch nur ein kleiner Teil davon ausgedruckt und ggf. versendet wird, dann kann man den Verbrauch an Ressourcen ahnen – sei es der Ausstoß von CO2 durch den Transport oder den Verbrauch von Holz, Wasser und Öl für die Produktion.

Liegt eine Information bereits elektronisch vor, so sollte es dem Bearbeiter leicht fallen diese digital weiterzubearbeiten. Es gibt im Prinzip ohnehin keine Alternative, denn stellen Sie sich einen Montagmorgen nach mehrwöchigem Urlaub vor, bei dem Sie keine E-Mails, sondern Briefe erhalten hätten. Die Einführung und bewusste Nutzung einer durchgängigen digitalen Vorgangsabwicklung ist quasi alternativlos.

Videokonferenzen statt Reisen

Gerade jetzt zu den Zeiten von COVID-19 deutlich in den Vordergrund gerückt, sind geschäftliche Meetings in Form von Videokonferenzen. Natürlich gab es diese auch vorher schon, aber nun sind sie erheblich präsenter und zeigen durchaus auf, dass es auch bei wichtigen Terminen oder Terminen mit hoher Teilnehmerzahl sehr gut funktionieren kann, Gespräche entfernter Teilnehmer per Videokonferenz abzuhalten.

Es ist nicht immer notwendig ein Präsenzmeeting zu veranstalten und dafür häufig und weit zu reisen. Als positiven Nebeneffekt hat man die Möglichkeit, auch kurzfristiger als bisher Konferenzen abzuhalten und Informationen auszutauschen, wenn dies benötigt wird.

Immerhin ist der Straßenverkehr, mit 165 Millionen Tonnen Ausstoß pro Jahr, nach wie vorauf dem dritten Platz der TOP-CO2 Produzenten in Deutschland. Ein nicht unerheblicher Anteil hiervon lässt sich durch die Reduktion von geschäftlichen Fahrten und Flügen mit dem ersetzenden Einsatz von Videokonferenzen einsparen.

Klar ist auch, dass es in Zukunft weiterhin Treffen vor Ort geben wird, da die soziale Komponente durch eine Videoübertragung nicht gänzlich ersetzt werden kann. Aber wir haben während der Umstellungen durch die Corona-Pandemie am eigenen Leib erkannt, dass nahezu alle Gespräche digital abgehalten werden könnten – teils sogar erheblich effizienter.

Digitale Maklerpost statt Aussendung

Die Versicherungsbranche beschäftigt sich seit Jahren mit der Modernisierung der Systemlandschaften und der damit einhergehenden Digitalisierung von Prozessen, um den Kunden und Vertriebspartnern bessere Leistungen und eine optimierte Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Im Jahr 2015 wurde von den Mitgliedern der BiPRO e.V. erfolgreich die Digitalisierungsoffensive Maklerpost initiiert. Das Ziel war es, alle Dokumente flächendeckend und spartenübergreifend elektronisch auszuliefern, anstatt diese zu drucken und auf dem Postweg zu versenden.

Das Projekt hat ökologisch betrachtet einen unglaublichen Nebeneffekt geleistet. Nach einer Ermittlung unter den BiPRO-Mitgliedern zu den jeweiligen eigenen Kennzahlen, bezogen auf die positiven Auswirkungen des Projektes auf deren Papierversand, ergab sich ein Aussendungsvolumen von unglaublichen 3,75 Mio. Blatt Papier pro Versicherungsunternehmen im Jahr. Dies bedeutet nach Angaben der Mitgliederstudie ca. 106.000 kg CO2, ca. 774.000 Liter Wasser, ca. 1.000 qm Wald und einen Strombedarf von ca. 201.000 kW/h pro Jahr im Durchschnitt pro Versicherungsunternehmen.

Wir wissen selbst aus dem Betrieb unserer Softwarelösung Dokumenten-Service (Empfang der digitalen Maklerpost) und unserem BiPRO-Server (Server zur Bereitstellung der Maklerpost), dass diesen Einsparungen auch Betriebsaufwendungen für Rechenzentrumskapazität gegenüberzustellen sind, welche ebenfalls einen Ausstoß von CO2 produzieren. Dennoch sind diese Aufwendungen durch den Betrieb von virtuellen Infrastrukturen, ökologisch optimal angelegten Betriebsstrukturen und den Einsatz modernster Hardware bzw. Netzwerktechnik verhältnismäßig klein im Gegensatz zu den Einsparmöglichkeiten.

Hochgerechnet liegt der Potentialwert, anhand vorhergehender Mitgliederstudie der BiPRO e.V. bei den aktuell verfügbaren ca. 90 Maklerpostlieferanten, bei ca. 337,5 Mio. Blatt Papier pro Jahr. Hinzu kommt der Servicevorteil durch reduzierte Übermittlungszeiten und der Verarbeitungsvorteil durch digitale Prozesse. 

Verantwortung übernehmen

Unternehmen im Speziellen können in ihrem Umfeld häufig einen gewissen Mehreinfluss ausüben als es Einzelpersonen könnten, allein durch ihre Finanzstärke und den Wirkungsbereich. Dadurch haben Unternehmen per se bereits eine höhere Chance deren Mitverantwortung positiv anzunehmen und stärkere Veränderungen anzustoßen.

Sie alle versuchen in der Regel effizient zu handeln und den größten Nutzen aus verfügbaren Ressourcen zu ziehen sowie sich ständig selbst zu optimieren, um die Wirtschaftlichkeit zu verbessern und/oder zu gewährleisten.

Bei der Betrachtung der vorgenannten wesentlichen täglich genutzten Kanäle wie E-Mail, Videokonferenz und digitaler Maklerpost bestehen für Unternehmen in der Versicherungsbranche immense Chancen zur Digitalisierung Ihrer Prozesse, Reduktion Ihrer Kosten und Optimierung Ihrer Ressourcennutzung.

Zugleich wird ein unfassbarer Hebel für den verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt geschaffen. Digitalisierungsprojekte und Umweltschutzvorhaben können bewiesenermaßen häufig gemeinsam gewinnbringend kombiniert werden.

Für unsere Organisation haben wir bereits vor Längerem entschieden, dass wir keine E-Mails mehr ausdrucken, kaum Briefe mehr versenden, weniger Reisen planen und die flächendeckende digitale Maklerpost weiterhin als Innovationsführer vorantreiben. Wie sieht es in Ihrem Unternehmen aus?

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